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Plätzchenbacken und Besuch der Amberger Tafel

„Unser Motto: Lebensmittel dorthin, wo sie hingehören, nämlich auf den Tisch und nicht in die Mülltonne!“, so begann Herr Saurenbach, der 1.Vorsitzende der Amberger Tafel, seinen Vortrag beim Besuch der Schülerinnen und Schüler der Gruppe Soziales aus den 10. Klassen der Mittelschule Hahnbach. Frau Buschhausen, die 2.Vorsitzende, ergänzte seine Erläuterungen.


IMG0326Die Amberger Tafel besteht nun schon seit über 10 Jahren. In dieser Zeit konnten viele wertvolle Lebensmittel vor dem Wegwerfen bewahrt und an bedürftige Familien weiter gereicht werden.
Zu solchen Lebensmitteln gehören zum Beispiel vom Verfallsdatum her abgelaufenen Lebensmittel, die deswegen aber noch vollständig in Ordnung sind. Es heißt ja „Mindesthaltbarkeitsdatum“. Außerdem Obst und Gemüse in Packungen, die vielleicht ein verdorbenes Exemplar enthalten, Lebensmittel, die der Händler zu viel eingekauft hatte, oder Brot vom Vortag.
Ein großer Teil der Lebensmittel kommt auch direkt als Spende. Zucker und Mehl sind ja eigentlich unbegrenzt haltbar. Honig, Wurst in Dosen sowieTiefkühlware können länger gelagert und nach Bedarf unters Angebot gemischt werden. Kleidung, Schuhe und Spielzeug dürfen aus hygienischen Gründen nicht angenommen werden. Dagegen kann die Amberger Tafel zu Schulbeginn einige nagelneue Schulranzen ausgeben.


Wer darf bei der Amberger Tafel Kunde sein?
Bedingung ist ein sehr geringes Einkommen und kein Besitz über 2400€.
Laut Herrn Saurenbach erhalten 7% der Bevölkerung Harz IV. Kunden sind auch alte Menschen mit sehr geringer Rente und Flüchtlinge. Den größten Teil machen alleinerziehende Mütter aus.
Wer sich traut und einen Kundenausweis beantragt, muss seine persönlichen Daten offen darlegen und darf dann zwei Mal in der Woche (Dienstag und Donnerstag) zu einem festgelegten Termin bei der Tafel einkaufen. Ein gefüllter Korb, der etwa einen Wert von 35€ beinhaltet, kostet dann 2€. Zur Zeit sind über 800 Familien bei der Tafel eingetragen.
Ab und zu wird auch Frischfleisch angeboten. Die gespendeten Tiere werden vom Amberger Schlachthof aufbereitet.


Gerne nimmt die Amberger Tafel auch Geldspenden an. Mitglied kann man bereits mit 1€ im Monat werden.
All das wäre nicht möglich ohne begeisterte freiwillige Helfer, die die Lebensmittelspenden abholen, aussortieren und umpacken. Fast jede Altersgruppe ist vertreten. Die zwei ältesten Helfer zur Zeit zählen über 80 Jahre.


Trotz freiwilliger Hilfe finanziert sich das alles nicht von allein. Miete, Heizung, Strom muss aufgebracht werden, zwei Lieferautos sind notwendig, Benzingeld wird gebraucht.
Nach der recht anschaulichen Führung durch alle Räume bedankten sich die Schüler sowie die Fachlehrkräfte Lydia Demleitner-Kotz und Franziska Siegert recht herzlich bei Herrn Saurenbach und Frau Buschhausen und übergaben ihnen selbst hergestellte Plätzchen. Mit der Gewissheit, wirklich Bedürftigen ein wenig Weihnachtsfreude geschenkt zu haben, wurde die Heimreise angetreten.